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Die 10 Gebote der Regeneration
Hier gibt's Tipps zur Regenerierung
nach einem Marathon.
Tipps von Vienna City Marathon-Rennärztin Dr. Dagmar Rabensteiner, wie Sie nach 42,195
Kilometern wieder zu Kräften kommen. Quelle:
www.vienna-marathon.de
1. Nehmen Sie sich 4 Wochen Zeit für die Erholung
Von vornherein sollten Sie eines festlegen: Nach dem Marathon folgen 3-4
Wochen für die Regeneration. Auch wenn die Muskelschmerzen schon früher
weg sein mögen: Die vollständige Erholung braucht ausreichend Zeit. Erst
danach sollten Sie neue Ziele ins Auge fassen.
2. Weitergehen, nicht stehen bleiben
Die Regeneration beginnt gleich mit dem Ende des Laufs. Bleiben Sie
nicht unmittelbar hinter der Ziellinie stehen, sondern gehen Sie langsam
weiter. Ein abrupter Stopp ist belastend für den Kreislauf und kann
Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Wer stehen bleibt, gerät in Gefahr,
umzukippen. Wer umhergeht, bleibt eher auf den Beinen.
3. Bald essen und trinken
Beginnen Sie rasch damit, Ihre entleerten Energiespeicher wieder zu
versorgen und trinken Sie gleich im Ziel und unmittelbar danach
ausgiebig - Alkohol aber erst später! Warten Sie mit dem Essen nicht bis
zum Abend, auch wenn Sie sich womöglich ziemlich unwohl fühlen.
Spätestens 90 Minuten nach der Belastung soll Nahrung zugeführt werden -
Körper und Stoffwechsel möchten zu dieser Zeit bereits mit dem Aufbau
beginnen und brauchen Energie dafür.
4. Radfahren am Tag danach
Am ersten Tag nach dem Marathon ist leichte Aktivität, zum Beispiel 20 -
30 Minuten Radfahren, besser als völlige Ruhe. Die Muskulatur erholt
sich dadurch schneller. Danach können durchaus mehrere Ruhetage folgen.
5. Regeneration aktiv angehen
Füße hochlegen und relaxen - auch das gehört zur Erholung, aber
Regeneration ist viel mehr. Setzen Sie aktiv Maßnahmen zur
Wiederherstellung ihrer Leistungsfähigkeit: Alternativtraining in
niedriger Intensität, Sauna, Massage, Bäder. Achten Sie auf richtige
Ernährung und ausreichend Schlaf, der immunologisch und psychisch
besonders wichtig ist. Aktive Erholung ist besser als Passivität und
entscheidend für die raschere Wiederherstellung.
6. Vorsichtig Dehnen
Nach Aufwärmen und Aktivierung können auch Dehnungsübungen hilfreich
sein - aber nicht unmittelbar nach dem Wettkampf und keinesfalls gegen
einen Muskelschmerz. Verletzte Muskulatur sollte nicht gedehnt werden.
7. Auf den Körper hören
Planen Sie die Marathon-Müdigkeit in Ihre Alltagsherausforderungen ein,
denn Stress beeinträchtigt die Regeneration. Schlafstörungen, Migräne,
Infekte, depressive Verstimmungen - diese Körpersignale sind nicht
ungewöhnlich nach einem Marathon und Zeichen dafür, dass noch nicht
alles in Ordnung ist. Das Immunsystem ist 3-4 Tage lang angegriffen. Die
vollständige Wiederauffüllung der Glykogenreserven dauert bis zu einer
Woche. Der Aufbau zerstörter Muskelfasern und -strukturen braucht 14
Tage. Die psychische Erholung vom gesamtorganischen Belastungsstress
kann ein bis drei Wochen in Anspruch nehmen.
8. Mit Euphorie und Enttäuschung umgehen
Der Marathon und die Tage danach sind oft ein Wechselbad der Gefühle.
Freuen Sie sich über ein großartiges Erlebnis oder eine tolle Leistung.
Aber lassen Sie sich von der Hochstimmung nicht gleich zum nächsten
Wettkampf verleiten. Und lassen Sie ein enttäuschendes Ergebnis hinter
sich. Man kann einen Marathon nicht noch einmal laufen, nur immer wieder
einen neuen!
9. Analysieren
Betrachten Sie die vorangegangen Monate: Was war gut in der
Vorbereitung, was schlecht? Wo könnte man noch verbessern, was sollten
Sie keinesfalls mehr machen? Schreiben Sie Positives und Negatives auf,
es hilft bei der Verarbeitung des Laufes und der Vorbereitung auf den
nächsten.
10. Neue Ziele setzen
Wenn Sie erholt sind, setzen Sie sich neue Ziele. Wettbewerbe über kürzere
Distanzen, vielleicht 10 Kilometer, ein Duathlon oder ein Berglauf. Oder
Laufen einfach nur zum Spaß. Oder Sie haben die Gedanken bereits wieder
auf die lange Strecke gerichtet. Der nächste Marathon wird wieder
anders, denn das Abenteuer Marathon ist immer wieder neu.
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